Molekularbiologie der Zelle (Alberts)

5. AUFLAGE, ÜBERSETZT VON U. SCHÄFER

Im Namen der Fachschaft Biologie der Universität Heidelberg möchte ich mich zunächst für die Gelegenheit bedanken, das Buch zum Probearbeiten und Lerne zum Preis einer Rezension zur Verfügung gestellt zu bekommen. Ich selber habe dieses Buch exzessiv genutzt während einer Molekularbiologie –Vorlesung im 4. Fachsemester des Studiengangs Biowissenschaften an der Universität Heidelberg und mich damit auf die obligatorische Klausur zum Semesterende vorbereitet. Ich persönlich empfand das Arbeiten mit dem Buch aus unten aufgeführten Gründen sehr hilfreich und Großteils umfassend genug für das angestrebte Niveau der Vorlesung.

So arbeitete ich hauptsächlich mit den kompletten Kapiteln 3-6 des Buches, auch wenn ich andere Bereiche des Buches als weiterführende Lektüre eingehend genutzt habe, sowie die generelle Einführung am Anfang des Buches. Dieselbe fand ich auch sehr hilfreich, hier wird meiner Meinung nach auf verständliche Weise ein grundlegendes Wissen an den Mann gebracht, das für das Verständnis der nachfolgenden Kapitel essentiell ist. Da ich das Buch erst im 4. Semester gelesen und genutzt habe, waren die in den Eingangskapiteln aufgeführten Details mir zwar zum Großteil schon bekannt aus vorgegangenen Vorlesungen, ich schätze sie jedoch als umfassend genug ein um auch niedrigeren Semestern ohne größere Vorkenntnisse einen guten Einstieg in die Thematik und das Buch zu ermöglichen. 

Besonders hilfreich waren in diesem Kontext aber auch in den weiteren Kapiteln die ständige in die Texte eingearbeiteten Verweise auf andere Stellen des Buches, die ein- oder weiterführendes Lesen sehr schnell und einfach machten. So wurden eingangs erwähnte Basics wie Proteinmodifikationen in Kapitel 3 später in Kapitel 5 an passender Stelle wieder vermerkt, als auch weiterführende Lektüre zum Stoppen des Zellzyklus im Rahmen der Homologen Rekombination in Kapitel 5 im hinteren Bereich (Stichwort p53) des Buches dem geneigten Leser angeboten. In meinen Augen also insgesamt eine hervorragende Lösung quervernetztes Wissen zu präsentieren als auch das Buch als gesamtes thematisch kompakter erscheinen zu lassen. 

Generell inhaltlich gibt es eigentlich auch wenig zu bemängeln. So werden viele grundlegende Konzepte der Molekularbiologie in ausreichendem Detail vermittelt, oftmals haben die Dozenten der oben genannten Vorlesung sich auch dem Inhalt des Buches in ihrer Präsentation wohl sehr verbunden gefühlt – eine Vorlesung also, die auf dem „Alberts“ semi-basierte. Zwei wichtige Bereiche der modernen molekularbiologischen Forschung und Arbeit sind meines Erachtens jedoch etwas zu kurz gekommen. Das gilt jedoch nur für die Thematik, die in den Vorlesungen thematisiert wurde und die ich später versuchte mit dem Buch nachzuarbeiten. Die zwei besagten Themen umfassen den Abschnitt über Chaperone und Telomere. Zu beiden Themen ist im Buch nur ein kurzer und wenig detaillierter Abschnitt vorhanden – da beide Themen auch nach Meinung der Dozent wichtige aktuelle Themen in Forschung und Lehre darstellen, wären umfangreichere Abschnitte hier bestimmt eine gute Ergänzung zu dem ansonsten passenden Detailniveau, dem sich die Dozenten wie gesagt auch oftmals angepasst haben. Zusätzlich zu dem angeführten Wissen sind auch verschiedene Experimentelle Methoden Teil des Buchs, die ich selber auch schon zur Vorbereitung für einen Vortrag genutzt habe. Auch wenn das Buch kein reines Methodenbuch ist, ist dieser Zusatz zum sonstigen Text eine tolle Ergänzung, nicht nur für die Dozenten. Das weiterführende Wissen, das in Form von Quellenangaben an den Enden der Kapiteln bzw. Abschnitten präsentiert wird, habe ich persönlich konkret nur rund eine Hand voll mal selber genutzt, aufgrund des sonst angemessenen Detailreichtums. Die angegebenen Quellen waren jedoch in allen angewandten Fällen sehr nützlich – ich bin mir sicher, wenn man sich intensiver mit speziellen Themen des Buches beschäftigen muss, bieten diese einen guten Einstieg. Auch die Gliederung des Buches ist wie oben bereits angedeutet nachvollziehbar und verständlich. So wurde vor allem in den von mir ausführlicher benutzten Kapiteln vom Genom zur Transkription und Translation und bezogenen Themen eine gute Brücke gespannt. Grundlegende Thematiken werden im vorderen Teil des Buches erläutert, speziellere und angewandte Inhalte dann im hinteren Teil – was meiner Meinung nach viel Sinn macht. Vor allen Dingen die Einführung in die Krebsforschung und die Pflanzenphysiologie fand ich toll. 

Das generelle Design des Buches weiß insgesamt auch sehr gut zu gefallen. Die große seitliche Spalte zur Präsentation von Bildern, Grafiken, Schemata und Tabellen wird exzessiv genutzt, um den Inhalt des Textes zu veranschaulichen. Da hier die gleichen Bilder wie in der englischen Ausgabe benutzt werden, muss man darauf sicherlich nicht allzu viele Worte verschwenden – die Veranschaulichungsmöglichkeiten die im Alberts genutzt werden, sind meiner Meinung nach einer der Hauptgründe, warum er so ein beliebtes Buch ist, bei Studenten als auch Dozenten. Die Verwendung der Bilder aus dem Buch zog sich oft wie durch ein roter Faden durch die Vorlesungen. Einziges Manko ist meiner Meinung nach die teilweise seitenversetzte Präsentation der Grafiken zum Text. Diese Tatsache hat leider einige Male meinen Lesefluss gestört, ist aber wohl der Tatsache geschuldet, dass so enorm viele Bilder in das Buch eingebettet sind und sich die Formatierung der Seiten dann teilweise schwierig gestaltet. 

Wenn man von der tollen Gestaltung des Buches spricht, ist die dem Buch beigefügte Medien-DVD natürlich auch zu erwähnen. Alle Bilder des Buches sind hier einfach zu finden und ersparen Dozenten wie Studenten bei der Vorbereitung einer Präsentation das lästige Scannen und kopieren. Dieses zusätzliche Goodie ist toll und umfangreich gestaltet. Leider haben die beinhalteten Videos zur Veranschaulichung der Materialien nicht funktioniert. Da ich mich selber einigermaßen mit Computern auskenne habe ich daran länger herum probiert, habe die Videos aber nicht abspielen können und kann nicht sagen woran es lag. Wenn dieses Problem bei mehreren Rezensenten aufgetreten ist, könnte man hier vielleicht nachbessern, eventuell war das aber auch nur ein individuelles Problem mit meinem PC. 

Die Lokalisierung für den deutschen Raum ist meiner Meinung nach auch weitestgehend gut gelungen. Der Text lässt sich flüssig lesen und die Sprache ist angemessen. Hier und da finden sich jedoch in der Übersetzung ein paar wenig treffend übersetzte englische Redewendungen und Floskeln, die dem Englisch-Kenner ins Auge springen. Auch manche Moleküle, die an der Universität und im Forschungsbereich ansonsten nur im englischen Terminus verwandt werden (sicherlich ist das auch international der Fall) wurden meinem Erachten nach unnötigerweise übersetzt (Bsp. Sliding Clamp). Hier fände ich mehr Mut zur Benutzung der original-englischen Begriffe angebrachter, besonders unter Berücksichtigung der sowieso komplett englischen Fachsprache.

Zur äußeren Beschaffenheit des von mir benutzten Buches hier nur ein paar Worte. Die gebundene deutsche Version ist schön designed und macht sich sicherlich gut in jedem Biologen-Buchregal. Auch die Qualität der verarbeiteten Seiten ist gut und wirkt im täglichen Umgang robust genug. Ein Manko sind Ausmaße und Gewicht des Buches. Diese schränken die Mobilität mit dem Buch einigermaßen stark ein, besonders Fahrrad-mobile Studenten mit Rucksack sind hier im Nachteil. Im Gegenteil dazu ist die englische Version der gleichen Ausgabe durchaus kompakter geraten – sicherlich ein Vorteil.

Abschließend habe ich das Buch wie oben bereits erwähnt sehr hilfreich in meiner Vorbereitung gefunden. Themenverwandte Bücher des gleichen Kalibers weisen erfahrungsgemäß für Studenten tendenziell mehr Mängel auf als die paar, die ich in diesem ausmachen konnte. Besonders die Veranschaulichung sticht die Konkurrenz aus und vereinfacht Lernen und Sachverständnis. Ich werde sicherlich auch in Zukunft gerne auf dieses Buch zurückgreifen im weiteren Verlauf des Studiums, sei es für die Arbeit an einer themenverwandten Seminarpräsentation, zur Vorbereitung auf eine Klausur, oder als Nachschlagewerk für den täglichen Gebrauch. 

–Nadine Volk