Bachelor Biologie

Wer früher Biologie Lehramt mit Abschluss Staatsexamen studiert hat, studiert jetzt den 50 % Biologie Bachelor sowie den sogenannten Master of Education.

Da ihr die ersten Studis seid die den neuen Lehramtsbachelor belegen können wir euch leider nicht sehr viel Definitives dazu erzählen. Wir wissen zwar, welche Kurse ihr belegen sollt und wann die angedacht sind, aber ob das auch alles so klappt wie geplant, wissen wir natürlich noch nicht. Ihr seid also unsere Versuchskaninchen. Juhu. Wir können euch aber trotzdem mal einen kleinen Überblick geben, vor allem natürlich im Hinblick auf das was wir schon wissen. Denkt dran: Das hier ist nur ein Vorschlag! Ihr müsst die Kurse nicht so belegen, so ist es lediglich von den mächtigen Menschen der Modulplanung angedacht und zum Teil von uns schon erlebt. Guckt am besten selbst regelmäßig in den Modulkatalog und behaltet den Überblick, was ihr schon erledigt habt und was noch nicht. Vorausplanen ist im Lehramtsstudium euer bester Freund!

Teilweise findet Ihr ausführlichere Hinweise zu den entsprechenden Modulen beim BSc Biowissenschaften. 

Erstes Semester:

Hier ist noch alles recht übersichtlich. Ihr müsst für Bio zwei Veranstaltungen besuchen: Die GV 1 und den Grundkurs Grundlagen der Biowissenschaften. Die GV findet jeden Morgen statt (keine Anwesenheitspflicht), und der Grundkurs ist ein Nachmittag in der Woche (von 13-18 Uhr). Rechnet allerdings auch ausreichend Vor- und Nachbereitungszeit ein!

Im neuen Bachelor gibt es zusätzlich ein Physik-Modul, das nach Modulkatalog im März zwischen erstem und zweitem Semester angedacht ist. Es ist eine Kombination aus Vorlesung und praktischer Übung. Es ist dieselbe Veranstaltung, die auch die Mediziner, Zahnmediziner und Pharmazeuten belegen müssen. Im Gegensatz zum 100% Bachelor können Lehrämtler also nicht die praktischen Übungen umgehen. Um die Verständnis der Physik zu verbessern, gibt es einen einwöchigen mathematischen Vorkurs.

Zweites Semester:

In diesen Monaten werdet ihr eure Entscheidung vermutlich mehr als einmal verfluchen! Es gibt das Chemiepraktikum, die Grundkurse Biodiversität der Pflanzen und natürlich die GV 2. Biochemie solltet ihr erst im 4. Semester belegen. 

Ein Grundwissen in Chemie ist allerdings überaus hilfreich, und deshalb muss/darf das oben genannte Praktikum durchlitten/genossen werden. In 4 Wochen werden hier alle Bereiche der Chemie durchgehechelt und experimentell nachvollzogen. Das Chemiepraktikum besteht aus einem Theorieblock und dem Laborpraktikum, die jeweils drei Wochen lang an drei Tagen in der Woche stattfinden. Beim Theorieteil besteht keine Anwesenheitspflicht, allerdings lohnt es sich, gerade für Leute die wenig Ahnung von Chemie haben, schon, regelmäßig daran teil zu nehmen, da noch einmal alle Grundlagen durchgesprochen werden. Auch das Tutorium, das einmal in der Woche stattfindet, ist durchaus zu empfehlen. Beim Laborpraktikum besteht natürlich Anwesenheitspflicht und da man für jeden Tag ein Protokoll anfertigen und abgeben muss und es am Ende eine Abschlussklausur gibt, braucht es auch hier noch einiges an Vor- und Nachbereitungszeit. Sollte sich das Praktikum nach dieser Horror-Beschreibung als halb so schlimm herausstellen, umso besser : ) Man munkelt der ein oder andere hätte sogar Spaß daran. Auf jeden Fall seid ihr nicht allein ; )

Einige Tipps zur Genusssteigerung: 

  • Es lohnt Abzüge zu benutzen. ß-Mercapto-Ethanol stinkt! Wer dann immer noch wegen des Gestanks zusammenbricht fällt immerhin nicht auf die Versuchsanordnung.
  • Keine Zitterpartie beim Titrieren. Auch wenn die Natronlauge (oder was auch immer) gut verdünnt ist, ...wenn man die ganze Bürette auf einmal entleert kommt man in der Regel zu keinem guten Ergebnis (aber zu viel Aufmerksamkeit von Seiten der Assis).
  • Kluge Sprüche zur Sinnhaftigkeit und Didaktik wären zwar sicherlich angebracht, tragen jedoch meist nicht zum guten Klima bei. Also ähnlich wie beim Titrieren, ...wenn dann tröpfchenweise.
  • Einfach die Tipps bei den BSc-Studenten noch durchlesen! 

Der Grundkurs Biodiversität der Pflanzen dauert zwei Wochen und schließt mit einer Klausur ab. Man braucht einige Zeit zur Vor- und Nachbereitung, weshalb das Zweitfach meist zurückstehen muss. Ihr könnt den Grundkurs oder das Chemiepraktikum natürlich auch schieben, aber denkt dran, dass sie nur im Sommersemester angeboten werden und in den Kursen meistens die Zweitsemester Vorzug haben! Wenn möglich, könnt ihr bereits den Grundkurs der Biodiversität heimischer Tiere belegen.

Achtung: Wählt die Kurse in euren Zweitfächern entsprechend der Kurszeiten in Bio! In den meisten Kursen darf man nur zwei Mal fehlen und mit den Kursen sind schon zwei Wochen mit Bio verplant. Wählt also Kurse, die außerhalb der Kurszeiten liegen oder fragt frühzeitig die Dozenten der jeweiligen Kurse, ob ein drittes Mal fehlen drin ist. Viele wissen, wie zeitraubend das Biostudium ist und lassen bei einem aufgelösten, gestressten Biostudenten auch mal ein drittes Fehlen durchgehen. 

Für die berühmt-berüchtigte GV 2 lässt sich nur raten, möglichst zeitnah die Vorlesungen nachzuarbeiten, damit ihr im August nicht ganz so in Panik geratet, wenn ihr Bergen an Stoff gegenübersitzt. 

Drittes Semester:

Hier wird das Studium grundsätzlich wieder etwas entspannter. Ihr besucht die GV3 und drei einwöchige Kurse: Methoden der Molekular- und Mikrobiologie und Experimentelle Physiologie. Sie gehen jeweils fünf Stunden und finden nicht immer im selben Zeitabschnitt statt, d.h. auch hier ist es teilweise schwierig, im Zweitfach Kurse zu finden in denen man nicht drei Mal fehlen würde. Sucht euch möglichst Kurse die morgens oder abends stattfinden oder appelliert auch hier, zur Not, an die Nettigkeit eurer Dozenten!

Viertes Semester:

Das vierte Semester ist in Bio super: die GV geht nur das halbe Semester und es gibt nur zwei einwöchige Kurse (Experimentelle Entwicklungsbiologie und Biochemie). Biochemie ist neu für die Lehrämtler. Es ist ein einwöchiges Blockpraktikum mit abschließender Klausur. Unterschätzt den Kurs nicht, auch hier muss jeden Tag ein Protokoll abgegeben werde! 

Richtig entspannen könnt ihr wohl aber leider nicht so richtig, denn jetzt könnt ihr anfangen alles nachzuholen, was ihr im Zweitfach habt schleifen lassen. Oder ihr habt etwas aus dem zweiten Semester geschoben das jetzt nachgeholt wird.

Fünftes Semester:

Hier hören unsere Infos so ziemlich auf. Soweit wir wissen müsst ihr ab jetzt wie die anderen Bachelorstudenten an Zyklusvorlesungen, Praktika und Seminar teilnehmen, wobei letztere aber auch anders organisiert sind als bisher (einwöchig statt dreiwöchig). Zwei Zyklusvorlesungen, ein Kurs und ein Vertiefungsseminar sind Pflicht; aber informiert euch am besten frühzeitig, was genau ihr hier an Leistungen erbringen müsst. Falls ihr irgendwas aus den vorherigen Semestern geschoben habt ist jetzt die Zeit es nachzuholen (soweit sie im Wintersemester angeboten werden!). Oder ins Ausland zu gehen, wenn ihr das wollt.

Sechstes Semester:

Hier folgt dann entsprechend die Bachelorarbeit in einem eurer Fächer. Eine Bachelorarbeit in Biologie könnt ihr aber nur ablegen, wenn ihr als Zweitfach Physik, Chemie, Mathe, Informatik oder Geographie habt. Mit anderen Fächern wie Russisch, Sport und WiWi könnt ihr zwar einen BSc Science erhalten, aber keine Bachelorarbeit in Bio schreiben. Mit einem geisteswissenschaftlichen Fach wird es der Bachelor of Arts, auch wenn ihr in Bio schreibt. Mehr Informationen zur Bachelorarbeit findet ihr beim Bachelor Biowissenschaften und unter TIpps zur Bachelorarbeit. Damit die Bachelorarbeit anerkannt wird, müsst ihr alle Pflichtmodule bestanden haben!

Modul Lehramtsoption:

Neben den Veranstaltungen für Bio und euer Zweitfach müsst ihr für den Master of Education noch Veranstaltungen der Bildungswissenschaften besuchen. Es wird entsprechende Fachmodule geben, die die Fachdidaktik des alten Lehramtsstudiengangs ersetzen. 

Wie das Schulpraxissemester im Master umgesetzt wird, können wir noch nicht sicher sagen. Anders als bisher findet das Praxissemester nicht im Grundstudium statt, sondern erst im Master. Trotzdem ist es wichtig zu erwähnen. Bei pflichtgemäßer Erfüllung, konnte man bisher während dem eigenen Unterrichten (insg. mind. 30 Stunden) und dem Hospitieren (insg. mind. 120 Stunden) wichtige Erfahrungen sammeln und Spaß haben. Während des Praktikums hatte man die Möglichkeit, sich komplett auf den Beruf als Lehrer und den Alltag in einer Schule einzustellen. 

Als institutionelle, strategische und ideelle Zentrum der kooperativen Lehrer/ innenbildung am Standort Heidelberg wurde im Juni 2015 die Heidelberg School of Education (HSE) gemeinsame hochschulübergreifende Einrichtung der Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gegründet: www.hse-heidelberg.de